Im Fokus stehen Elternbeteiligung in Volksschulen
Anlässlich des Tages der gesunden Ernährung am 7. März gab Gesundheitslandesrätin Beate Prettner gemeinsam mit Sonja Fidersek, Ernährungswissenschafterin in der Unterabteilung Gesundheitsförderung, und Eva Mir von der Fachhochschule Kärnten, den Startschuss für ein neues Projekt zur Gesundheitsförderung in Volksschulen. Im Fokus stehen gesunde Ernährung, die Stärkung der Gesundheitskompetenz und eine gezielte Einbindung der Eltern dabei. „Gesunde Ernährung ist eine der wichtigsten Grundlagen für Gesundheit und Lebensqualität. Gerade weil Übergewicht und Diabetes zunehmen, setzen wir früh an – dort, wo Kinder lernen und aufwachsen“, betont Prettner.
Mehr als ein Viertel der Kinder und Jugendlichen in Österreich ist übergewichtig, bei Erwachsenen sind es über 50 Prozent. „Gesunde Ernährung ist daher nicht nur Privatsache, sondern eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe – sie beginnt in Bildungseinrichtungen und im familiären Umfeld“, so Prettner.
Seit über 20 Jahren engagiert sich die Unterabteilung Gesundheitsförderung im Land Kärnten auch für gesunde Ernährung – etwa mit der Initiative „Gesunde Küche“, die seit 2013 gesunde Standards in der Gemeinschaftsverpflegung verankert. Aktuell sind 75 Betriebe Teil der Initiative, die täglich über 9.100 gesunde Mittagsmenüs ausgeben – auch in rund 70 Schulen und ca. 20 Kinderbetreuungseinrichtungen. Ergänzt wird das Angebot durch die Initiativen „Gesunde Kinderbetreuung“ oder „Gesunde Schule“, die gesunde Ernährung, Bewegung oder psychosoziale Gesundheit fest im pädagogischen Alltag verankern. Aktuell sind 97 Schulen und 120 Kinderbetreuungseinrichtungen Teil davon.
„Jetzt gehen wir einen entscheidenden Schritt weiter und holen die Eltern gezielt mit ins Boot“, kündigt Prettner an. Die Unterabteilung Gesundheitsförderung setzt ein neues Projekt um, wissenschaftlich begleitet von der FH Kärnten und gänzlich finanziert vom Kärntner Gesundheitsfonds. Einer der beiden Schwerpunkte ist das Einbinden der Eltern zum Thema Ernährung. Der aktuelle Status der Elternbeteiligung wird dazu an Volksschulen erhoben, eine Elternbefragung soll Erkenntnisse aus deren Perspektive liefern, um bedürfnisorientiert Maßnahmen zu entwickeln und umzusetzen.
„Nach über 20 Jahren schulischer Gesundheitsförderung haben wir uns bewusst gefragt, wen wir bisher am schwierigsten erreichen – und das sind oft die Eltern“, erklärt Fidersek. „Kinder können viel Wissen nach Hause bringen, entscheiden aber meist nicht über den Lebensmitteleinkauf oder die Schuljause. Deshalb binden wir Eltern von Anfang an ein und fragen gezielt nach, welche Unterstützung sie brauchen, um den Schulalltag gesund zu gestalten.“ Interessierte Eltern können sich ab sofort melden und in einem ersten Schritt an der Befragung teilnehmen. Auch Volksschulen sind eingeladen, sich als Pilotschulen zu beteiligen.
Der zweite Projektschwerpunkt: In Workshop-Modulen zu zwölf Gesundheitsberufen lernen Volksschülerinnen und -schüler spielerisch, wie sie ihre Gesundheit fördern können und an wen sie sich bei gesundheitlichen Fragen wenden können. „So entsteht ein regionaler Expertinnen- und Expertenpool für schulische Gesundheitsförderung, der langfristig nutzbar ist“, erläutert Fidersek. Auch Eltern, die selbst in Gesundheitsberufen tätig sind, können sich aktiv einbringen.
Gerade wenn es um Gesundheitsförderung bei den Jüngsten geht, sei eine enge Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Eltern essentiell. „Elternbeteiligung hat viele Vorteile – von verbesserter Kommunikation zwischen Eltern, Lehrpersonal und Kindern über ein besseres Schulklima bis hin zu mehr Lernbereitschaft bei den Kindern und einem höheren Ausmaß an Zufriedenheit beim Lehrpersonal“, erklärt Fachhochschul-Professorin Eva Mir. „Am Beispiel Ernährung wollen wir Formate zur Elternbeteiligung verstärkt etablieren: miteinander und über die unterschiedlichen Lebenswelten von Kindern hinweg“, so Mir.
„Deshalb laden wir alle Kärntner Volksschulen und Eltern ein, beim Projektstart dabei zu sein und sich zu melden. Die entwickelten Maßnahmen sollen dauerhaft in der Initiative ,Gesunde Schule‘ verankert werden“, so Prettner.
Infos und Anmeldung unter:
Mail: sonja.fidersek@ktn.gv.at
Tel: 050 536 15133
Foto: © Büro LRin Prettner