Diabetes früh erkennen, bevor aus einem Risiko eine Erkrankung wird: Das Land Kärnten und die Kärntner Apothekerkammer setzen ihre gemeinsame Vorsorgeaktion „Weil Zucker nicht nur süß sein kann“ bereits zum vierten Mal fort. Von 5. bis 17. Oktober kann in 64 Kärntner Apotheken der Langzeit-Blutzuckerwert (HbA1c) kostenlos und ohne Voranmeldung bestimmt werden. Damit sind heuer mehr Apotheken dabei als im Vorjahr.
„Wir starten diese Aktion wieder, weil die Ergebnisse eindeutig zeigen, dass wir damit Menschen erreichen, die sonst möglicherweise gar nicht wissen würden, dass es bei ihrem Blutzucker Auffälligkeiten gibt“, sagt Gesundheitslandesrätin Beate Prettner. 2025 nutzten 5.584 Menschen das kostenlose Angebot, bei 1.640 wurde Prädiabetes, bei weiteren 296 Diabetes festgestellt. Damit war bei knapp 35 Prozent der Getesteten der Langzeit-Zuckerwert auffällig. „Das sind nicht einfach 5.584 Messungen. Wir haben bei fast 2.000 Menschen ein gesundheitliches Risiko sichtbar gemacht, das ihnen vielfach vorher nicht bekannt war. Genau deshalb setzen wir die Aktion fort.“
Das Angebot richtet sich an Menschen ab 45 Jahren ohne bekannten Diabetes. Jüngere Menschen sollten ihr Risiko insbesondere bei Übergewicht oder Adipositas, Bluthochdruck oder einem früheren Schwangerschaftsdiabetes abklären lassen. Die Messung erfolgt mit einem kleinen Stich in den Finger, das Ergebnis liegt nach wenigen Minuten vor. Bei auffälligen Werten wird zur weiteren medizinischen Abklärung an Hausarzt bzw. -ärztin, Diätologin bzw. Diätologen oder Internistin bzw. Internisten verwiesen.
„Die Stärke der Aktion ist ihre Einfachheit“, betont Apothekerkammer-Präsident Hans Bachitsch. „Die Menschen müssen keinen komplizierten Weg auf sich nehmen: Sie kommen in eine der 64 Apotheken, lassen ihren Wert bestimmen und erhalten unmittelbar eine erste Orientierung. Gerade bei einer Erkrankung, die sich oft lange unbemerkt entwickelt, ist diese Niederschwelligkeit entscheidend.“
Wie wichtig Früherkennung ist, zeigt auch die nach der Aktion 2025 durchgeführte ökonomische Analyse, die auch in diesem Jahr durchgeführt wird. Eine Modellrechnung des Instituts für Pharmaökonomische Forschung im Auftrag der Österreichischen Apothekerkammer verglich die Testung in Apotheken mit einer Situation ohne Testung. Laut Berechnung werden dadurch über fünf Jahre 6,76 Millionen Euro an direkten medizinischen Kosten eingespart.
Mit Screening und anschließender Betreuung entwickeln laut Modellrechnung durchschnittlich drei von 100 Personen mit Prädiabetes innerhalb eines Jahres Diabetes – ohne Screening wären es knapp sieben von 100. Das entspricht rund 55 Prozent weniger Übergänge vom Prädiabetes zum Diabetes. „Diese Zahlen zeigen, dass Prävention nicht nur gesundheitlich, sondern auch für unser Gesundheitssystem wirkt“, so Bachitsch. „Je früher ein Risiko erkannt wird, desto früher kann man gegensteuern – und desto eher können Komplikationen und kostenintensive Krankheitsverläufe verhindert werden.“
Ergänzend zur Testaktion gibt es im November vier Informationsveranstaltungen in Spittal, Villach, Klagenfurt und Wolfsberg. „Denn ein Messwert alleine verändert noch keinen Lebensstil. Es braucht auch Information und Unterstützung“, so Prettner. „Diabetes-Prävention beginnt deshalb nicht erst beim Test: Jede Maßnahme, die Bewegung, gesunde Ernährung und Gesundheitskompetenz stärkt – wie z. B. die Maßnahmen in unseren ,Gesunden Gemeinden‘ –, ist aktive Diabetes-Prävention.“
Alle Informationen zur Aktion 2026 und zu den teilnehmenden Apotheken: www.gesundeskaernten.at & www.apothekerkammer.at/kaernten
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Laden zur Diabetes-Vorsorgeaktion 2026: Landesrätin Beate Prettner und Apothekerkammer-Kärnten-Präsident Hans Bachitsch
Fotohinweis: Büro LR.in Prettner